Seit geraumer Zeit bin ich der irrigen Meinung dieser PC müsste funktionieren.
Tut er aber nicht.
Ehrlich gesagt habe ich jetzt schon die Faxen dicke. Ende dieses dreitägigen Terrors ist jedoch nicht zu erwarten. Also wird es heute wieder weitergehen mit diesem endlosen Gesuche und Getippe.
Warten in der Warteschlange eines wunderbaren Callcenters, um dann endlich nach fünfzehn endlosen Minuten einen unmotivierten und schlechtgelaunten männlich Berater an der Strippe zu haben. Nicht nur, das der PC immer noch nicht funktioniert, nein, nun ist auch mein Selbstwertgefühl auf Reisen gegangen.
Denn alles was ich bis her dachte zu wissen ist nun auch in Frage gestellt.
Callcenter sind irgendwie von Natur aus eine merkwürdige Sache. Kein Medium erweckt soviel gebündelte Hoffnung, die so schnell wieder zerstört wird. In der Misere, in der man sich zu Anfangs, zumeist technischer Belange, befand war es noch kuschelig und wohlig, denn man hat ja immer die magische Nummer des Callcenters im Hinterkopf, die einem die Tore zur grenzenlose Hilfe und den unerschöpflichen Möglichkeiten der modernen Technik öffnet.
Wie der Verlust des Glaubens an den Wehnachtsmann kommt es einem dann vor, wenn man feststellen muss, dass es nicht einfach ein Tor ist, das zu öffnen ist mit der einfachen Wahl einer Telefonnummer.
Nein, es sind viele Tore alle gekennzeichnet durch eine Zahl die dank Mehrtonwahlverfahrens über die Telefontastatur eingegeben werden kann. Ein lustiges Ratespiel, hätte man da nicht das Gefühl es gleicht einer Lotterie nun endlich zur richtigen Stelle durchgestellt zu werden. Meist benötigt man ebenso viele Versuche, wie es Auswahlmöglichkeiten gibt.
Manchmal jedoch, wenn man einen richtigen Glückstag erwischt hat, kann es sein, dass man sofort an das richtige Tor gerät und siehe da es öffnet sich und man ist auch schon fast am Ziel.
Wäre da nicht dieser endlose, mit Dudelmusik beschallte Weg, der Warteschleife. Und dieser letzte Weg vor der endgültigen Hilfestellung ist lang und steinig und wer ihn einmal gegangen ist, kennt seine Tücken.
Zu Anfang, erholt man sich noch bei entspannender Musik von den Strapazen des Auswahlverfahrens. Dann, wenn die scheinbare Stabilität der Psyche wieder erreicht ist, wird man aus seinem dahin sinnen gerissen, in dem eine oft recht angenehme Damenstimme einen auffordert weiter zu warten.
Nur einen Moment noch..
Ja, und so geschieht es, das man sich gedanklich mit dem Streit von gestern Abend auseinandersetzen muss, was bleibt einem denn übrig?
Vergessen ist, das eigentliche Problem. Was ist auch schon ein nicht funktionierender Router, gegen das nicht funktionierende Liebesleben.
Die Laune sinkt und die Hoffnung erst recht.
Dann, kurz vor dem endgültigen seelischen Absturz das erlösende „Hallo“, des großen Helfers. Die Stimme des allwissenden, großen Gurus, der mein Leben wieder in Ordnung bringen, ja sogar immens bereichern wird.
Die Stimme eines schlecht gelaunten Mitarbeiters, den das Arbeitsamt zu einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis in diese, meine, große Stätte der grenzenlosen Hilfsbereitschaft, gezwungen hat und er eigentlich gar kein Helfer ist.
Er ist nur ein dahin gesetzter Mensch, der gar kein Interesse hat mir wirklich weiterzuhelfen. Er ist nicht motiviert seine Firma liebevoll zu präsentieren.
Es interessiert ihn nicht ob diese Firma jemals wieder ein Gerät an mich oder einen meiner Freunde verkaufen wird.
Das ist ihm einfach egal und so sieht auch seine Beratung aus. Er lässt deutlich durchblicken das er nach drei Sätzen sehr genervt ist, weil jemand aus seinem Genuschel einfach nicht die Lösung entnehmen kann, weil ich eigentlich defekt bin und nicht das Gerät und während ich die Fassung verliere und lauter werde, ihm zu erklären was Service bedeutet und das ich ihn aufwecken möchte aus seiner Lethargie, höre ich ein lautest Tuten in der Leitung.
Danach die freundliche Stimme, die mich begleitet hatte, den langen Weg entlang durch die Warteschleife. Sie sagt das es ihr unheimlich leid tut, dass die Verbindung nun unterbrochen wurde, sie hofft aber das man mir weiterhelfen konnte und falls nicht, solle ich doch einfach noch mal, Tore öffnen und den langen, langen Weg der Warteschleife begehen.